Bericht zur Frühjahrstagung in Bayreuth

27.02.2026

Bericht der Bundesdirektorenkonferenz
Frühjahrstagung vom 25.-27.02.2026 in Bayreuth

Tagungsthema: „Arbeitszeiterfassung für Schulleitungen und Lehrkräfte an Schulen – Erwartungen und Konsequenzen“

Den Auftakt der Tagung bildete das Gespräch mit Frau Staatsministerin Anna Stolz, amtierende Präsidentin der Bildungsministerkonferenz. Hier folgten wir der langjährigen Tradition der BDK für einen regelmäßigen Austausch mit der KMK zu aktuellen bildungspolitischen Inhalten. Thematisch berührt wurden Punkte zur Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte und Schulleitungen, zur Etablierung multiprofessioneller Teams an Gymnasien, zu Digitalisierung, KI und der Entwicklung zu einer digitalen Lern- u. Prüfungskultur, zur Aufwertung des Sportunterrichts als eines der benannten Ziele der Präsidentin sowie zu einem positiv konnotierten Leistungsgedanken an unserer Schulart. Darüber hinaus diskutierten wir zu einer veränderten Aufgabenbeschreibung im Berufsbild von Schulleitungen und Lehrkräften sowie zu grundlegenden Bedingungen bei der Begleitung der Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler.

Fazit: Wir wünschen uns bundesweit unbedingt vergleichbare Verhältnisse in den Bildungsstandards, aber auch hinsichtlich personeller Ressourcen an den Gymnasien.

Der Nachmittag stand unter dem Fokus des Tagungsthemas.

Eva Moser, Prognos AG – Institut für Wirtschaftsforschung und Strategieberatung, stellte die Ergebnisse der Arbeitszeitstudie für das Land Sachsen vor (Quelle: https://www.smk.sachsen.de/arbeitszeituntersuchung-4456.html). Dabei wurde nicht nur, wie erwartet, eine zum Schuljahresende hin stetig steigende Mehrbelastung von Lehrkräften und Schulleitungen deutlich, sondern eben auch die zeitlich „undefinierten“ Aufgabenbereiche der Probanden gemessen an der Jahresarbeitszeit, die aus dem inzwischen über 150 Jahre alten Deputatsmodell resultieren. Schulleitungen in Sachsen arbeiten durchschnittlich 2,5 Stunden wöchentlich mehr, rund 73% der Schulleitungen leisten grundsätzlich Mehrarbeit, davon arbeiten knapp 17% der Schulleitungen wöchentlich über 48 Stunden. Von Mehrarbeit betroffen sind insbesondere Lehrkräfte und Schulleitungen der Gymnasien, dabei können nur 5 % der Belastungsfaktoren strukturell erklärt werden.

Daran schlossen sich zwei weitere Vorträge an. Tobias Weigelt, vertreten durch Kolja Buß, Projektkoordinator der Arbeitszeiterfassung, Der Senator für Kinder und Bildung Bremen, gab Einblicke in die Pilotphase zur „Umsetzung der Arbeitszeiterfassung in Bremen“.

Helge Petersen, Personalreferent für Gymnasien, Amt für Schule, Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung, Hamburg, sprach zum Arbeitszeitmodell für Lehrkräfte in Hamburg. Hamburg arbeitet mit einem sehr differenzierten und transparenten Arbeitszeitmodell, das fach- und jahrgangspezifische Vor- und Nachbereitungszeit von Fachunterricht sowie außerunterrichtliche Tätigkeiten und Aufgaben berücksichtigt und auf dieser Basis für ein Schuljahr zuweist.

Einen zentralen Teil der Tagung nahm der Austausch der BDK-Mitglieder zur Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften ein, die derzeit in einigen Bundesländern bereits zum Teil schon pilotiert, zumindest aber bundesweit diskutiert wird. Zu befürchten ist ein weiterer Aufwuchs an Aufgaben für Schulleitungen im Zusammenhang mit einer systematischen Arbeitszeiterfassung, die wir zunächst als juristische Aufgabe betrachten. Insofern muss hier auf zwingend notwendige Assistenzsysteme als Voraussetzung der Umsetzung gedrungen werden.

Weiterhin wurde das Hamburger Arbeitszeitmodell im Vergleich zum traditionellen Deputatsmodell diskutiert. Dabei wurden die Vorteile einer differenzierteren Betrachtung von außerunterrichtlichen Tätigkeitsfeldern (den sogenannten „unteilbaren Aufgaben“) des Lehrerberufes positiv herausgestellt. Die Probleme der gefühlten Überlastung vieler Lehrkräfte oder einer ungerechten Aufgabenverteilung löst es aber nachweislich nicht (Vgl. Studie Mußmann: https://kooperationsstelle.uni-goettingen.de/fileadmin/hamburger_arbeitszeit_und_arbeitsbelastungsstudie/projekte/kooperationsstelle/2025_Arbeitspapier_7_-_Hamburger_Arbeitsbelastungsstudie.pdf). Insofern sprachen sich die BDK-Mitglieder nicht eindeutig für eines der beiden diskutierten Modelle aus.

Verabschiedet wurde eine Erklärung zur Arbeitsbelastung von Schulleitungen, die auf die Entschließung der BDK vom Herbst 2024 zurückgreift und wiederholt Assistenzsysteme fordert.



Download als PDF