ENTSCHLIEßUNG: Führung statt Verwaltung
27.02.2026
Bundesvereinigung der Oberstudiendirektorinnen und Oberstudiendirektoren Bundesdirektorenkonferenz (BDK)
Der Vorsitzende Oberstudiendirektor Arnd Niedermöller
Führung statt Verwaltung!
Die Prognos-Studie (2025) im Auftrag des sächsischen Kultusministeriums belegt erneut eine erhebliche Mehrbelastung von Schulleitungen. Demnach überschreiten sie die wöchentliche Regelarbeitszeit deutlich.
Zugleich zeigt sich ein klares Missverhältnis zwischen den Kernaufgaben und den dafür verfügbaren zeitlichen Ressourcen. Nach dem Orientierungsrahmen zur Qualifizierung von Schulleitungen der Kultusministerkonferenz (KMK) umfasst die Gesamtverantwortung von Schulleitungen insbesondere die pädagogische, administrative und personelle Führung, die Qualitäts- und Schulentwicklung, das Personalmanagement, die Sicherung der Bildungsstandards, die Kooperation mit Eltern und externen Partnern sowie die Gestaltung der digitalen Transformation.
Für zentrale Führungsaufgaben stehen jedoch nur sehr begrenzte Zeitkontingente zur Verfügung: Für Schulentwicklung bleiben laut Studie wöchentlich lediglich 1,8 Stunden, für pädagogische Führungsaufgaben 3,5 Stunden. Demgegenüber nimmt die reine Verwaltungsarbeit – etwa die Koordination des Schulbetriebs, Personalangelegenheiten und allgemeine Verwaltungsaufgaben – deutlich mehr Zeit in Anspruch.
Die BDK fordert die Kultusministerien der Länder mit Nachdruck dazu auf, die in der Kasseler Erklärung der BDK aus dem Jahr 2024 formulierten Vorschläge umzusetzen. Insbesondere fordern wir:
- Eine hinreichende Anzahl von Studiendirektorinnen und Studiendirektoren, die Bereiche verantwortlich leiten.
- Die Bereitstellung von ausreichender Leitungszeit für die Schulleitungsteams.
- Die Entlastung von Verwaltungsaufgaben durch die Schaffung von zusätzlicher Verwaltungsassistenz.
Weiterhin empfehlen wir die Entbürokratisierung nach dem Vorbild von „Entlastungstrackern“ verschiedener Bundesländer mit einer transparenten Darstellung der durchgeführten Entlastungsmaßnahmen.
Gleichzeitig stellen wir fest, dass sich die Aufgaben von Schulleitungen und Lehrkräften deutlich geändert haben. Viele gesamtgesellschaftliche Probleme wirken in die Schulen hinein und stellen eine Herausforderung dar. Daher begrüßen wir jede Maßnahme zur transparenten Darstellung der Tätigkeitsfelder von Lehrkräften und Schulleitungen über den Unterricht hinaus.
Die Einhaltung des Arbeitsschutzes bei Lehrkräften und Schulleitungen ist dringend geboten. In diesem Zusammenhang verfolgen wir die Diskussion über die Gerichtsurteile zur Arbeitszeiterfassung. Die Messung der Arbeitszeit allein löst weder das Problem der Überlastung der Lehrkräfte noch der Schulleitungen. Der Umgang mit den erhobenen Daten wird den überbordenden Verwaltungsaufwand der Schulleitungen deutlich erhöhen. Vor einer möglichen Einführung der Arbeitszeitmessung müssen die Schulleitungsverbände auf Bundes- und Länderebene beteiligt werden.
Bayreuth, den 27.02.26
Für die BDK:
Arnd Niedermöller
Vorsitzender
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